Private Cloudnutzung – was steckt dahinter? | AzubiBlog von Axians
Private Cloudnutzung – was steckt dahinter?

Private Cloudnutzung – was steckt dahinter?

Hallo liebe aSTUBi-BLOG-Leser, mein Name ist Svenja und ich bin Studentin an der DHBW in Heidenheim. Alle drei Monate bin ich dort an der Hochschule und lerne die Grundlagen zum Studiengang Wirtschaftsinformatik. Die anderen drei Monate verbringe ich im Unternehmen in Ulm und kann dort das Erlernte in die Tat umsetzen. Im Zuge des Studiums haben wir auch das Thema der Virtualisierung angesprochen. Heutzutage gewinnt eine Art der Virtualisierung auch privat immer mehr an Bedeutung  – Die Cloud. Aber was verbirgt sich wirklich dahinter?

Viele von Euch kennen es bestimmt, dass man zum Beispiel auf seinem Smartphone eine Vielzahl an Bildern und Videos sammelt, die man gerne auch auf dem Computer nutzen würde oder im Falle des Verlustes wiederherstellen möchte. Auch ein unkompliziertes Teilen mit Freunden ist ein großes Thema. Ich selbst habe aktiv mit der Cloudnutzung angefangen, als wir Studenten uns gegenseitig Studienunterlagen, Übungen und weitere Dokumente in einer Cloud zur Verfügung gestellt haben. Somit kann jeder überall auf die Dateien zugreifen und hat auch Zugriff auf Skripte oder Zusammenfassungen der Kommilitonen 😉

Eine Cloud hat also viele Vorteile: so kann man sie auch als (automatische) Datensicherung verwenden. Einige Anbieter ermöglichen daher eine Sicherung von Kontaktdaten und Kalendereinträgen. Gerade in der heutigen Zeit vernetzt man sich immer mehr. Man möchte möglichst unkompliziert von überall auf seine Daten zugreifen. Doch was ist diese „Wolke“ eigentlich?

Eine Cloud ist genauer gesagt ein virtueller Speicher. Er befindet sich also nicht auf dem eigenen Computer, sondern auf fremden Servern die von verschiedenen Anbietern bereitgestellt werden. Datenvolumen und Preise werden dabei von den Dienstleistern bestimmt und können sich je nach Bedarf unterscheiden. So kann bei steigendem Bedarf auch die Cloudnutzung entsprechend angepasst werden. Das Gute dabei – man selbst nutzt die Hardware des Dienstleisters, wodurch sich auch eine bessere Rechnerauslastung ergibt – dies kann sich sogar auf die Umweltbelastung auswirken.

Dabei unterscheidet man generell in verschiedene Cloud-Systeme:

Dienste wie GoogleDrive, Microsoft OneDrive, DropBox, iCloud & Co. sind inzwischen weit verbreitet. Sie zählen zu den sogenannten „Public Cloud Diensten“. Das bedeutet, dass es keinen festen Nutzerkreis gibt. Sie kann sowohl von Privatpersonen, als auch von Firmen genutzt werden und so bekommt jeder, der einen Zugang beantragt oder kauft einen Speicherplatz auf dem Server reserviert. Eine „Private Cloud“ hingegen hat nur fest definierte Nutzer und wird somit auch überwiegend für Unternehmen genutzt. In diesem Fall sind die Dienste dann nur für die entsprechenden Mitarbeiter freigeschaltet. Dazwischen gibt es noch zahlreiche „Hybrid Clouds“ die beide Methoden, je nach Anwendung, verwenden.

Doch auch bezüglich der Verwendung von Clouds wird hier in 3 Kategorien unterschieden:

  • IaaS (Infrastructure as a Service): Computer und Speicher werden bereitgestellt (Hardware)
  • PaaS (Platform as a Service): Hardware und Betriebssystem werden bereitgestellt
  • Saas (Software as a Service): Hardware, Betriebssystem und Software werden bereitgestellt.

Es gibt somit zahlreiche Möglichkeiten wie eine Cloud genutzt werden kann. Je nachdem, welche Anforderungen vorliegen, wird diese dann auf den Verbraucher zugeschnitten.

Der Zugriff auf die Daten via Cloud erfolgt immer über bestimmte Schnittstellen und Browser– ohne Verbindung sind die Daten daher nicht erreichbar. Auch wenn der Anbieter technische Probleme hat, kann auf die Daten möglicherweise nicht zugegriffen werden.

Die Gefahren einer Cloudnutzung liegen dabei auf der Hand: Datensicherheit und der Datenschutz sollten hier groß geschrieben werden, da die Daten quasi  komplett in fremde Hände gelegt werden – teilweise sogar ins Ausland. Hier können dann auch andere Gesetzesbestimmungen herrschen(!) Ein prüfender Blick auf die Angaben des Dienstleisters zum Serverstandort und Hauptsitz lohnt sich hier allemal. Allgemein gilt: nur personenbezogene Daten werden im Bundesdatenschutzgesetz besonders betrachtet. (beachtet. Sofern die Daten im Ausland gespeichert werden, kann hier auch ein Datenschutz unter europäischem Niveau gelten.) Diese sehr persönlichen Daten mit denen man „identifizierbar“ ist wie zum Beispiel Kreditkartendaten oder Adressen, dürfen nur in Ländern gelagert werden die ein vergleichbares Datenschutzniveau wie Deutschland vorweisen.

Außerdem liegen enorm viele Daten auf den Servern der Anbieter – ein beliebtes Ziel also für Hacker & Co. Eine Sicherheit von 100% kann daher auch in diesem Punkt nicht gewährleistet werden. Um dem vorzubeugen kann man seine Dateien mit einer separaten Software verschlüsseln (Bsp. Boxcryptor). Außerdem gibt es Clouds, die eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung durchführen. Das bedeutet, dass die Daten in verschlüsselter Form abliegen (Bsp. SecureSafe, Tresorit).

Nichtsdestotrotz: Eine Cloud kann sich lohnen – nur eben sollte man sich genau damit beschäftigen wo man seine Daten ablegt. Sofern man, wie ich, seine Daten schon automatisch per Smartphone, usw. in fremde Netze abgelegt hat, sollte man sich bei einem eventuellen Wechsel unbedingt darüber informieren, was bei einer Kündigung mit seinen Daten geschieht –diese könnten sonst auch nach dem Vertragswechsel noch auf den Servern bestehen bleiben.

Zusammenfassend lässt sich also eines ganz klar sagen: Eine Cloud kann die Datenverwaltung enorm beeinflussen und bietet viele Vorteile für den Nutzer. Allerdings sollte man sich bei der Auswahl der Anbieter genauere Informationen einholen. Dabei geht es nicht nur um Preis-Leistung, sondern auch um Standort und Verhalten bei Kündigung. Besonders gut ist es natürlich, wenn die Daten verschlüsselt abgelegt werden, um den Datenschutz zu gewährleisten. Eine  100%ige Sicherheit gibt es natürlich nicht, also sollten kritische Daten (personenbezogene Daten) besser nicht auf fremden Servern gespeichert werden. Sofern diese Punkte für geklärt sind, kann eine Cloud eine enorme Hilfestellung in der Ablage von euren Dateien sein 😉

 

Quellen und nützliche Links:

http://www.starting-up.de/praxis/organisation/tipps-zur-sicheren-cloud-nutzung.html
https://www.ionas.com/wissen/vertrauen-ist-gut-kontrolle-besser-darum-private-cloud/
https://www.e-recht24.de/artikel/blog-foren-web20/7115-rechtssicher-in-der-cloud-ihre-daten-bei-dropbox-icloud-google-drivea-co.html
http://www.cloud.fraunhofer.de/de/faq/publicprivatehybrid.html
http://www.cloud.fraunhofer.de/de/faq/greencloud.html
http://www.aktiv-online.de/ratgeber/detailseite/news/so-funktioniert-cloud-computing-fuer-privatanwender-7255
https://www.anwalt.de/rechtstipps/daten-in-die-cloud-aber-mit-bedacht_026557.html

 

2 Kommentare

  1. Avatar
    August 09, 2016

    Super Beitrag!
    Vielen Dank 🙂

    Reply

  2. Avatar
    Juli 28, 2016

    das ist ein richtig toller Beitrag, vielen Dank Svjena 🙂
    so kann man die Cloud ja doch mit gutem Gewissen nutzen und sich das Studium erleichtern.
    Ganz stark 😉

    Reply

Leave a comment

Sicherheitsschutz: Bitte trage die unten erfragten Ziffern in das Feld ein. *