Digitale Selbstverteidigung: Privatsphäre? | AzubiBlog von Axians
Digitale Selbstverteidigung: Privatsphäre?

Digitale Selbstverteidigung: Privatsphäre?

Ein Kind, das heute geboren wird, wird ohne jegliche Vorstellung von Privatsphäre aufwachsen. Es wird nie wissen, was es bedeutet, einen privaten Augenblick oder einen unaufgezeichneten, nichtanalysierten Gedanken zu haben. Und das ist ein Problem, weil die Privatsphäre wichtig ist. Privatsphäre ist das, was uns erlaubt zu bestimmen, wer wir sind und wer wir sein wollen.

― Edward Snowden, in einer Weihnachtsansprache 2013

 

Jeder hat davon schon etliche Male gehört, weiß ein wenig darüber, und doch neigen wir zur Bequemlichkeit. Denn: „Ich habe ja nichts zu verbergen!“. Datenschutz und Privatsphäre ist jedem wichtig, doch setzen wir uns nicht wirklich dafür ein, diese Grundwerte zu erhalten.

Unser Leben findet zunehmend im Internet statt. Sei es über das Smartphone, den Computer oder Laptop, oder einem neumodischeren Gadget wie beispielsweise Smartwatches oder ein „Internet der Dinge“-Gerät: In jeder Sekunde, die wir uns im Internet aufhalten, hinterlassen wir Spuren. Wir informieren uns, kaufen in Onlineshops ein, buchen Reisen, kommunizieren online, hassen und lieben uns untereinander im weltweiten Netz der Daten. Alles Spuren durch Daten, die teilweise identisch mit denen anderer Internetnutzer mit der Masse verschwimmen, teilweise jedoch eindeutig zuordenbar zu uns als Person sind. Uns ist das schon (irgendwie) bewusst, doch gehen wir meist mit unseren Daten um, als gäbe es im Internet Anonymität und eine virtuelle Freiheit, die wir im Offline-Leben vermissen.

Ein Irrtum: Sie wissen, was du tust! Wir sind im Zeitalter des „digitalen Bürgers“. Das bedeutet, dass unser digitales Ich, die Datenansammlung unserer Identität, nahezu komplett gläsern gegenüber Internetkonzernen, wie den Großen, Bekannten ist. Nirgendwo anders sind wir durch unsere Offenheit mit unseren persönlichen Einstellungen, Kauf- und Surfgewohnheiten und unserem Handeln so überwachbar als in der digitalen, schönen Welt namens Internet.

 

Project „Backtrack“: Es ist nicht zu spät!

Wir mögen uns bereits im digitalen Zeitalter mit Datenkraken befinden, doch haben wir noch die Möglichkeit, die Kontrolle über einen gewissen Anteil unserer Daten zurückzuerlangen. Ohne direkt jegliche Technik zu verabscheuen oder viel Bequemlichkeit aufzugeben.

In dieser Beitragsserie möchten wir euch im Verlauf der nächsten Monate ein paar Möglichkeiten aus Vielen vorstellen, wie ihr einen kleinen Teil dazu beitragen könnt, dass ihr ein Stück weit sicherer online seid und mehr Daten unter eurer Hoheit bleiben.

 

Lasst uns wissen, was ihr dazu denkt! Gerne nehmen wir auch Vorschläge entgegen, welche Themen euch dazu interessieren.

 

In der kommenden Woche starten wir mit einem Projekt namens Pi-hole. Dabei handelt es sich um einen Einplatinencomputer von der Größe einer Kreditkarte, auf dem ein Linux-basiertes Betriebssystem mit DNS Server läuft. Damit ist es möglich, einen Großteil an Werbung und Tracking bereits aus dem Netzverkehr auszufiltern, bevor es eure Geräte in eurem Heimnetzwerk erreicht. Mehr dazu dann im entsprechenden Beitrag! 😉

2 Kommentare

  1. Avatar
    Juli 19, 2018

    Wichtiges Thema, tolle Beitragsreihe! Vielen Dank – ich bin gespannt, was ich davon umsetzen kann 🙂

    Reply

  2. Avatar
    Juli 18, 2018

    Mich würde eine Serie zum Selbstschutz sehr interessieren. Dinge, wie bringt mir das „private Fenster“ im Browser irgendetwas. Wie kann ich verhindern, dass Google weiß was ich letzte Woche gesucht habe. Was kann ich ggf. an nützlichen Tools auf meinem privaten PC/Notebook installieren. Welche Einstellungen im Browser könnten gemacht werden und so weiter…

    Reply

Leave a comment

Sicherheitsschutz: Bitte trage die unten erfragten Ziffern in das Feld ein. *