Berufsschule in der Ferne | AzubiBlog von Axians
Berufsschule in der Ferne

Berufsschule in der Ferne

Der erste Schultag an der Berufsschule

Am Morgen um 5:20 Uhr aufstehen, die Sachen bereits am Vortag gepackt und ab zum Bahnhof. Dort warten eineinhalb Stunden Fahrtweg auf mich. Als ich gehört habe, dass das mein Alltag an jedem Berufsschultag meiner Ausbildung sein soll, war ich nicht sonderlich begeistert.

Am 3. September 2018 startete ich meine Ausbildung bei Axians Infoma in Ulm. Meine größte Sorge: die Berufsschule. Ich bin frisch von zuhause ausgezogen (Eine Stunde von Mama und Papa weg) und dort wurde ich, was Fahrtwege anging, sehr verwöhnt. Zu Freundinnen wurde ich gefahren und zur Schule hatte ich zehn Minuten mit dem Bus. Nun soll ich selbstständig sein und erst mit dem Bus zum Bahnhof, von dort nach Stuttgart und dann nochmal dreißig Minuten zur Schule. Ein Schock!

Meine Ausbildung als Kauffrau für Marketingkommunikation ist ein eher neuer Beruf, weswegen er in Ulm an der Friedrich-List Schule nicht angeboten wird. 2018 haben sich gerade mal vier Ausbildungsbetriebe angemeldet – so entsteht natürlich keine Klasse. Hauptsächlich mittelständige Unternehmen oder Werbeagenturen bilden diesen Beruf aus – von denen gibt es in Ulm aber kaum welche. Früher war der Beruf auch als Werbekauffrau bekannt. Zu meinen täglichen Aufgaben gehört das Erstellen von Intranet-News, Bearbeitung von Webcasts und Erstellen von Präsentationsfolien. Diese Ausbildung werde ich innerhalb von zweieinhalb Jahren abschließen und danach könnte ich – wenn ich wöllte – auch Kauffrau für Büromanagement werden, da ich in der Schule das nötige Fachwissen lerne.

Am 13. September ging dann auch schon der erste Schultag los. Der Fahrtweg hat, bis auf einmal in die falsche U-Bahn einsteigen, reibungslos geklappt. Nun der nächste einschüchternde Schritt. In eine neue Klasse in einer fremden Schule. Schnell huschte ich ins Klassenzimmer und setzte mich auf einen freien Platz bei ein paar Mädchen. Es herrschte eine unangenehme Stille. Doch dann kam der Retter! Unser Lehrer platzte ins Klassenzimmer herein und begrüßte uns herzlich. Er stellte sich vor, erledigte den organisatorischen Kram mit uns und sorgte anschließend dafür, dass die Klasse ein Miteinander wird. Wir spielten Kennenlern-Spiele und wir verstanden uns schnell.

Mittlerweile freue ich mich auf Dienstag und Mittwoch. Natürlich wäre es besser, wenn ich keinen vierzehn Stunden Tag hätte, aber die Johann-Friedrich-von-Cotta Schule macht einem selbst unter diesen Umständen den Tag schön. Meine Klassenkameradinnen sind mittlerweile meine Freundinnen. Die Lehrer haben immer ein offenes Ohr und vermitteln uns den Schulstoff sehr gut. Auch der Fahrtweg geht schon fast ganz von alleine. Sobald ich in den Zug eingestiegen bin, schlafe ich meist noch ein halbes Stündchen. Danach lerne ich oder hübsche mich ein bisschen für den bevorstehenden Schultag auf.

Durch die Ausbildung als Kauffrau für Marketingkommunikation werde ich immer ein Stück erwachsener und sie lernt mir, offener für alles zu sein, selbst wenn es nicht immer nach Gold klingt.

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